HYPNOS Berlin - Zentrum für Hypnose

Was ist Hypnose?

Frau in Hypnose

Hypnose und Hypnosetherapie
Fragen und Antworten

Um Ihnen einen fundamentalen Einstieg ins Thema Hypnose / Hypnosetherapie zu ermöglichen, haben wir an dieser Stelle die Antworten zu besonders häufig gestellten Fragen zusammengefasst. Je nach Methodik der Hypnose-Anwendung variieren manche Effekte leicht, dennoch sind die nachfolgenden Aussagen als größtenteils allgemeingültig zu betrachten.

>> Häufig gestellte Fragen zu den Themen
Hypnose und Hypnotherapie


>> Zur Geschichte der Hypnose

Was ist Hypnose?

Die Hypnose ist eine hocheffiziente Technik zum Herbeiführen des so genannten hypnotischen Trancezustandes. Der therapeutische Trancezustand ist zumeist ein Zusammentreffen von körperlicher Entspannung und geistiger Fokussierung.
Bei der ActiveHigh-Methode, einer speziellen, dynamischen Form der Hypnosetherapie, wird die Trance hingegen durch intensive körperliche Bewegung "induziert", also eingeleitet.
Die hypnotische Trance ist ein ganz natürlicher Bewusstseinszustand. Wir alle kennen "Alltags-Trancen", die wir z.B. während einer langen nächtlichen Autofahrt oder beim Anschauen eines spannenden Films erleben, ebenso sind uns aktive Trancen vertraut: vom Runner's High beim Joggen oder im Zusammenhang mit Tanz und Musik begegnet uns das Phänomen "Trance" fast täglich.

Verliere ich während der Hypnose die Kontrolle?

Nein, ganz im Gegenteil! Sie gewinnen sogar an Kontrolle, denn Sie haben in Trance Zugriff auf Ressourcen Ihres Unterbewusstseins, die Ihnen sonst verschlossen sind.

Bin ich in Hypnose bewusstlos?

Nein, in Hypnose verlieren Sie unter keinerlei Umständen das Bewusstsein. Auch ist das Gefühl der Trance keinesfalls mit dem einer Ohnmacht vergleichbar. Je nach Trancetiefe ist es sogar möglich - und im Kontext einer Therapie durchaus erwünscht - dass Sie jedes Wort mitbekommen und sich vollkommen präsent fühlen.

Kann es passieren, dass ich aus einer Trance nicht mehr aufwache?

Nein, das kann nicht passieren. Würde eine Trance nicht mehr geführt werden, würde der Trancezustand in Schlaf übergehen. Dann erwacht man, wenn man ausgeschlafen hat.

Wie wacht man wieder auf?

Während der Trance wird der Klient durch Suggestionen geleitet und folgt diesen. Am Ende einer Hypnosesitzung wird der Klient durch ebensolche Suggestionen langsam und sanft wieder ins volle Wachbewusstsein zurückgeleitet.
Die körperlichen Funktionen normalisieren sich, die Person erwacht.

Was passiert während einer Trance?

Das Wachbewusstsein wird zunehmend fokussiert, so dass der Therapeut in einen direkten Dialog mit dem Unterbewusstsein des Klienten treten kann. Die innere Bühne öffnet sich; vergangene oder auch imaginierte zukünftige Erlebnisse können als absolut real wahrgenommen werden. Körperlich bedeutet die hypnotische Trance eine maximale neuronale Entspannung und stellt einen ungemein heilsamen Zustand für den gesamten Organismus dar. Die Konzentration von Stresshormonen im Körper sinkt, das Immunsystem wird angeregt, Puls und Blutdruck verändern sich hin zu Werten, die wir in tiefer Entspannung vorfinden.

Die EHT©-Hypnose nutzt zusätzlich z.B. die Stimulation bestimmter Meridianpunkte, um energetische Blockaden - wie die Nikotinsucht oder einen übermäßigen Drang zu essen - rasch und dauerhaft aufzulösen.

Ist die Trance als solche wahrnehmbar?

Während man sich in Trance befindet, ist man sich dieser Tatsache nur dann bewusst, wenn bestimmte Suggestionen gegeben werden (z.B. "Ihr Körper wird bleischwer" und man spürt, wie er es tatsächlich wird). An sich ist das Gefühl der Trance also gar nicht so "andersartig", wie viele erwarten.
Der Zustand der Trance per se ist völlig neutral.

Ist jeder Mensch hypnotisierbar?

Die sehr große Mehrheit der Menschen ist hypnotisierbar, jedoch sind die Tiefe der erreichten Trance sowie die Schnelligkeit, in der sie erreicht wird, von Mensch zu Mensch verschieden. Sehr suggestible Menschen können nach wenigen Minuten in eine tiefe Trance gleiten, während weniger suggestible Menschen dafür manchmal mehrere Anläufe benötigen.
Nicht hypnotisiert werden können und sollten z. B. alte Menschen, wenn sie sich nicht mehr konzentrieren können, geistig behinderte Menschen sowie Personen, die Drogen jeglicher Art (auch Alkohol) konsumiert haben.
Leicht hypnotisierbar, also besonders suggestibel zu sein, bedeutet keinesfalls Willens- oder Charakterschwäche. Im Gegenteil: Diese Eigenschaft ist geradezu als ein Talent zu bezeichnen und geht mit einem lebhaften Vorstellungsvermögen, Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit einher. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Suggestibilität eines Menschen natürlichen Schwankungen wie denen der jeweiligen Tagesform unterworfen sind. Außerdem funktioniert die Hypnose-Einleitung ("Induktion") zunehmend besser, je häufiger man bereits hypnotisiert wurde.

Wie fühlt man sich in der Trance und wie danach?

Wunderbar! Man ist absolut entspannt und gelöst, fühlt sich angenehm passiv und geborgen. Nach dem Aufwachen fühlt man sich zutiefst erholt und ausgeruht.

Wie kann ich mir den Ablauf einer Hypnosesitzung vorstellen?

Nach Anamnese und dem Vorgespräch, das dem Abklären der Problematik sowie der Zielfindung dient, hat der Klient selbstverständlich die Gelegenheit, die Hypnose und unsere Methodik betreffende Fragen mit dem Therapeuten zu besprechen.
Die Einleitung der Trance erfolgt dann durch verschiedene Induktionsarten, die als sehr sanft und angenehm empfunden werden. Hierbei werden Körper und Geist maximal entspannt. Anschließend wird die Trance vertieft.
Den therapeutischen Trancezustand kann man sich modellhaft als einen Rahmen vorstellen, in dem die eigentliche Veränderungsarbeit durch blockadelösende energetische Verfahren, hypnotherapeutische Interventionen und moderne Coaching-Techniken erfolgt.
Während der gesamten Dauer der Hypnose besteht ein Dialog zwischen Hypnotiseur und Hypnotisand. Nach dem sanften Aufwecken werden die Empfindungen und Erlebnisse während der Trance besprochen, anschließend werden dem Klienten Techniken vermittelt, mit denen er sich jederzeit selbst in Stresssituationen schnell und effektiv helfen kann.

Was kann ich selbst für den Erfolg einer Sitzung tun?

Veränderungen unter Hypnose zu bewirken bedeutet, Teamarbeit zu leisten. Nur wenn Sie bereit sind, sich auf die Methode einzulassen, werden wir Erfolge erzielen. Für den Verlauf einer Sitzung ist es von großem Vorteil, wenn Sie bereits vorher so präzise wie möglich für sich selbst formulieren, wie genau Ihr persönliches Ziel in Bezug auf das zu bearbeitende Thema aussieht. Machen Sie sich ruhig ein paar Notizen zu diesen Zielen sowie eventuell noch offenen Fragen, bevor Sie zur Sitzung kommen. Ein Beispiel: Sie möchten durch Hypnose Ihr Körpergewicht reduzieren. Anstelle der Einstellung "Irgendwie bin ich zu dick, machen Sie da mal was" wäre es hier sinnvoll, sich z.B. zu formulieren "Ich möchte durch die Hypnose 16 kg abnehmen und meine Ernährung dauerhaft umstellen".

Wie lange "hält" das Ergebnis der Hypnose an, und können die alten Muster zurückkehren?

Eine posthypnotische Suggestion kann über Jahre hinweg ohne Auffrischung in ihrer Wirkung bestehen bleiben. Manche Verhaltensmuster werden durch wiederholte Sitzungen in ihrer Veränderung gefestigt, manche Suggestion bedarf auch nur einer Auffrischung nach längerer Zeit. Erfahrungsgemäß lassen sich beispielsweise Phobien, das Verhaltensmuster des Rauchens oder des übermäßigen Essens sehr schnell und für immer beseitigen.
Ein einmal durch unsere Methode der energetischen Meridianstimulation aufgelöster Problem-Aspekt kehrt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zurück.

Kann ich mich nach einer Hypnose-Sitzung an alles erinnern?

Bei einer tiefen Trance kann es zu einer Amnesie kommen, d. h. man erinnert sich nicht oder nur lückenhaft an das Gesagte. Wenn es dem Therapeuten als wichtig erscheint, so kann er die Erinnerungen suggestiv vollständig erhalten oder sie nach Absprache auch nicht verfügbar machen.

Ist Hypnose gefährlich?

Hypnose ist ein sehr machtvolles Werkzeug, das – in falsche Hände gelangt - wie jedes machtvolle Werkzeug theoretisch missbraucht werden könnte. Damit eine Hypnosesitzung aber überhaupt funktioniert, muss ein Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Klient bestehen, der so genannte Rapport. Würde dieser Rapport verlorengehen, z. B. durch eine der Moral des Klienten gegenläufige Suggestion, würde der Klient sofort "erwachen" und eine solche Suggestion wäre unmöglich. Es ist also von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich an einen zertifizierten, kompetenten, erfahrenen Hypnosetherapeuten mit einer guten Reputation wenden.
In diesem Fall ist Hypnose absolut ungefährlich.

Was ist unter der telefonischen Nachbetreuung zu verstehen?

Im Anschluss an eine jede HYPNOS®-Sitzung hat jeder Klient jederzeit die Möglichkeit, sich bezüglich seines Sitzungsthemas weiter von seinem Therapeuten betreuen zu lassen. Am Ende seiner Sitzung erhält er dazu eine E-Mail-Adresse, unter der er Coaching-Unterstützung anfordern kann. Anschließend wird ein telefonischer Termin mit dem Therapeuten vereinbart. So können Fragen beantwortet, weiterführende Übungen vermittelt oder das weitere Vorgehen besprochen werden. Viele der energetischen Techniken wirken auch surrogat - d.h., dass sie auch am Telefon wirksam sind. So können Stoplersteinchen auf dem Weg zum Erfolg schnell und effizient ausgeräumt werden!

Hypnosetherapie und Energetik

Wie wirken die energetischen Verfahren, das "Klopfen"?

Wir arbeiten im Zustand der Trance mit den Energiemeridianen, deren Existenz vor über 5000 Jahren in Asien entdeckt und 1985 von der westlichen Wissenschaft empirisch belegt wurde. Im Gegensatz zur Akupunktur und Akupressur, wobei Punkte auf diesen Meridianen genadelt, erhitzt oder gedrückt werden, wird bei unserer Methode immer wieder dieselbe Reihe bestimmter Meridianpunkte durch leichtes Klopfen - oder aber rein energetisch durch den Therapeuten - stimuliert. Gleichzeitig werden gemeinsam erarbeitete Sätze gesprochen, wodurch man sich auf der psychisch-emotionalen Ebene mit der blockierenden Emotion verbindet.

Diese Blockade ist der eigentliche Grund des negativen emotionalen Zustandes.

Im Gegensatz zu vielen traditionellen Therapieformen muss bei der EHT®-Hypnose keine langwierige Ursachenanalyse betrieben werden.

Im Mittelpunkt steht das Energiesystem, das durcheinander gebracht wurde. Das Klopfen harmonisiert den Energiefluss in den Merdianen, wodurch die negative Emotion, die Sucht oder der übermäßige Drang verschwindet. Mehr zu den verwandten Methoden finden Sie hier: >>Unsere Methode


Wenn Sie sich fragen, ob unsere Methode auch für Ihre Problemstellung geeignet ist,
senden Sie uns eine >>E-Mail
(wird ausschließlich von den Therapeuten empfangen und gelesen),
wir beraten Sie unverbindlich!

Telefonisch klären wir Ihre Fragen gern unter 030 / 4000 97 80.


Hier finden Sie Informationen zu folgenden Themen und Behandlungsgebieten der Hypnotherapie:

>>Raucherentwöhnung
>>Gewichtsreduktion
>>Depressionen
>>Ängste und Phobien
>>Burnout-Syndrom
>>Flugangst
>>Stottern, Sprechblockaden
>>Prüfungsangst und effektives Lernen
>>Krebs / Psycho-Onkologie
>>Geburtsvorbereitung
>>Migräne
>>Tinnitus


Die Geschichte der Hypnose

HYPNOS - Gott des Schlafes - Hypnose

Der Begriff "Hypnose" leitet sich vom griechischen Namen "Hypnos" ab, demjenigen Gott in der hellenistischen Mythologie, der die Personifikation des Schlafes darstellt.
Hypnose ist unter anderem Vater des Phantasos sowie des Traum-gottes Morpheus, den er mit Hilfe seiner Harfe in einen tranceartigen Zustand spielt.
Trance und Hypnose gemeinsam sind als uraltes Heilverfahren allen Kulturen der Menschheit vertraut.




Hypnos und Thanatos

Die göttlichen Brüder Hypnos und Thanatos


Sumerer und Inder

Keilschriften belegen, dass die hypnotische Suggestion bereits um 4.000 v. Chr. einen festen Bestandteil des Heilens im Reich der Sumerer darstellte.
Ebenso wie die Priesterärzte zwischen Euphrat und Tigris, unterschied man auch in Indien schon vor Jahrtausenden in drei Einteilungen der Hypnose, in einer der ältesten Sanskriturkunden der Inder "Wachschlaf", "Traumschlaf" und "Wonneschlaf" genannt.
In Form der Selbsthypnose sind diese Techniken noch heute wesentlich für zahlreiche fortgeschrittene Yoga-Praktiken.

Hypnose Geschichte: Tempelschlaf

Tempelschlaf in Ägypten und Griechenland

Die Anfänge der auch heute noch verbreiteten Fixationsmethode finden sich im alten Ägypten.
Hier führten die Priester, die gleichzeitig die Ärzte des Volkes waren, den hypnotischen Zustand herbei, indem sie den Patienten glänzende Metallscheiben vor die Augen hielten, um diese zu ermüden.
Auch das mit heilenden Suggestionen verbundene Handauflegen ist zu dieser Zeit bereits bekannt.
Berühmt sind auch die ägyptischen und griechischen Schlaftempel. In ihnen wurde der Kranke nach eingehender Vorbereitung in einen mehrere Tage andauernden Heilschlaf versetzt.
Der tiefe Eindruck des heiligen Ortes, der Glaube an die heilende Macht der ihnen im Schlaf erscheinenden Götter sowie durch die Priester im Schlaf eingeflüsterte Suggestionen führten zu großen Heilungserfolgen.
Die Anwendung der Hypnose im Ritual des Tempelschlafs lässt sich bis ins 6. Jahrhundert zurückverfolgen.

Hypnose im frühen Christentum

Seit dieser Zeit führten immer mehr christliche Mönche Wunderheilungen durch, für die sie das Handauflegen mit Gebeten sowie der Verwendung von Weihwasser und Reliquien verbanden. Mittels Handauflegen, das schon im alten Testament bei König David vorkommt, heilten Jesus und seine Jünger, häufig verbunden mit Augenfixation (Petrus, Paulus).
Ähnlich verfuhren im Mittelalter viele kirchliche Würdenträger und weltliche Fürsten zum Teil in Massenzeremonien. Häufig spielen bei den Vorläufern der Hypnose bestimmte Körperhaltungen (liegend, kniend, Lotussitz u. a.) und zeremonielle Instruktionen eine Rolle.
Aktuelle Studien beweisen, dass Heilungsgebete in der Tat als positive Suggestionen einen unterstützenden Einfluss auf die Genesung Kranker haben. So lassen sich die Heilungen jener Zeit (eher als eine gelungene Mischung aus Fremd- und Autosuggestion werten, denn als Wunder.

ParacelsusHypnose im Mittelalter - Paracelsus

Auch die Selbsthypnose mittels Fixation auf den eigenen Nabel ist bereits im 11. Jahrhundert bei Mitgliedern eines Mönchsordens belegt.
Im ausgehenden Mittelalter erkannte unter anderem der Arzt Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541), besser bekannt als Paracelsus, die heilende Wirkung der positiven Suggestion. Der weit gereiste Mediziner erkannte, dass der beste Arzt der "innere Arzt" ist und war allein mit dieser Behauptung seiner Zeit damals schon weit voraus.
Er beschrieb die von Mönchen praktizierte Fixation auf eine Kristallkugel und den dadurch eintretenden tiefen Schlaf, in dem Heilungssuggestionen einen außergewöhnlichen Erfolg erzielten.
Die Behandlung mit Hypnose empfahl er insbesondere bei Nervenkrankheiten.

Mit Beginn der Neuzeit deklarierte die "heilige" Inquisition diese Art der Heilkunst als Teufelswerk. So geriet die Hypnose dann auch bald in Vergessenheit, was angesichts der massiven Verfolgungen nicht kirchenkonform Denkender und Handelnder verständlich ist.

Seit der Antike bis ins Mittelalter wurde die heilende Wirkung der hypnoseähnlichen Anwendungen im allgemeinen einer übermenschlichen Kraft, zumeist Göttern, zugeschrieben - in der Regel vermittelt durch ein menschliches Medium.

Franz Anton MesmerMesmer und der "Animalische Magnetismus"

Als "Urvater der modernen Hypnose" wird häufig der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer (1734 - 1815) genannt.
Mit ihm wird die Hypnose endgültig des mystisch-religiösen Charakters entkleidet, indem Mesmer die exorzistischen Heilungen des Paters Gassner als natürlich erklärt. Damit setzt die zweite Ära der Hypnose ein, in der sie nicht mehr als spirituelle, sondern als natürliche Kraft gedeutet, aber außerhalb des Menschen lokalisiert wird.

Mesmer behauptete, eine ungünstige Verteilung des von ihm entdeckten "animalischen", also "beseelten" Magnetismus sei Ursache verschiedenster Erkrankungen. Das natürliche Gleichgewicht dieses Magnetismus könne er allein durch Streichbewegungen seiner Hände über den Körper des Patienten wieder herstellen. Weiterhin führt er Gruppentherapien durch. Bei diesen Kuren saßen seine Patienten um ein mit "magnetisiertem" Wasser gefülltes Bassin herum, aus dem zahlreiche Eisenstäbe ragten. Der magnetische Strom sollte nun von einem Patienten zum anderen gelangen, indem diese Eisenstäbe in den Händen gehalten wurden.

Mesmer SessionMesmer galt bald als eine Art Mode-Arzt und er praktizierte unter anderem am französischen Hof. Prominenz wie die Königin Marie-Antoinette und die Familie Mozart zählte zu seinen Anhängern. Ob Mesmer tatsächlich als "Hypnotiseur" zu bezeichnen ist, darf trotzdem bezweifelt werden.
Zwar trug die aus der großen Erwartungsspannung resultierende Autosuggestion sicherlich zu seinen teilweise spektakulären Heilerfolgen bei,isenjedoch legt er keinerlei Wert auf die Erzeugung eines hypnotischen Schlafs. am Magnet-Bassin Vielmehr nutzt er ein der hynotischen Tiefenentspannung entgegengesetztes psychologisches Phänomen, die so genannte "Heilkrise" - ein vorübergehender Zustand der Hysterie - für seine Kuren.
Mesmers Versuch der wissenschaftlichen Akkreditierung seiner Methode durch die Akademie der Wissenschaften in Paris (1784) misslang.


Drs. Tissie & AzamDie wissenschaftliche Erforschung der Hypnose

Doch obwohl Mesmers Lehre offiziell verboten wurde, setzte eine Vielzahl seiner Anhänger seine Behandlungsmethoden im Stillen fort. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurden daher durch wissenschaftliche Beobachtungen die wesentlichsten Phänomene der Hypnose entdeckt. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wird in der dritten Hypnose-Ära die Annahme einer Kraft fallen gelassen, die außerhalb des Patienten zu suchen sei. 

Drs. Tissie & Azam



James BraidJames Braid - Hypnose-Pionier

Quasi versehentlich entdeckte der englische Augenarzt James Braid 1841 das Wirkungsprinzip der Fixation zur Einleitung der Trance. Mit dem eigentlichen Ziel, einen Schweizer Magnetiseur als Scharlatan zu entlarven, beschäftigte sich Braid umfassend mit den gezeigten Phänomenen. Da ihm bekannt war, dass die anhaltende Fixation eines glänzenden Objekts Müdigkeit hervorruft, hielt er seinen Versuchspersonen einen glänzenden Gegenstand ca. 20 cm vor die Augen. Zu seiner eigenen Überraschung fielen die Probanden ohne weitere verbale Beeinflussung nach einiger Zeit in Trance. Diesen künstlich hervorgerufenen Schlaf nannte er "Hypnose".

Wie andere Mediziner, die auf diesem Gebiet forschten, erntete Braid mit seiner Veröffentlichung "Neurohypnology or the rational nervous sleep considered in relation with animal magnetism" überwiegend Spott.

Erst in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts begann die wissenschaftliche Anwendung der Hypnose mit der Schaffung der "Schule von Nancy" durch Bernheim und Liébault.


Emile CouéEmile Coué - "Je vais de mieux en mieux!" -
die Lehre von der Autosuggestion

Die Lehre der Autosuggestion wurde von Emile Coué (1857 - 1926) entwickelt. Als Schüler der Schule von Nancy, der auch Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, angehörte, kam er stark mit der Erforschung der Hypnose in Berührung. Er gelangte zu der Ansicht, dass Fremdhypnose als solche nicht existiere und eigentlich eine von außen hervorgerufene Selbsthypnose darstelle.

Coué lehrte, dass nicht der Wille der Antrieb unseres Handelns sei, sondern die Kraft der Vorstellung. - Als Folgerung dieser Überlegung erklärte er seinen Patienten die Möglichkeit der Selbstheilung durch die Kraft ihrer Vorstellung. Er prägte den Satz "Mir geht es von Tag zu Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser" und veranlasste seine Patienten, sich diesen Satz täglich, morgens und abends, je zwanzigmal vorzusagen.

Aus der sich weiterentwickelnden Lehre der Hypnose und Autosuggestion entstand in unserer Zeit durch I.H. Schultz das so genannte autogene Training ("autogen" = selbsterzeugend). Ziel dieses Trainings ist es, Ruhe und völlige Entspannung durch eigene Konzentration hervorzurufen.
Seit etwa 1950 gewinnt die Hypnose zunehmend an klinischer Bedeutung, indem sie bei Verhaltensproblemen, Neurosen und psychosomatischen Erkrankungen und in der Medizin erfolgreich angewendet wird.